Schadensbild und Ursache trennen
Morsches Holz, offene Fugen, gerissene Gefache oder abgeplatzter Putz sind sichtbare Folgen. Für eine dauerhafte Sanierung muss geklärt werden, wo Feuchtigkeit oder konstruktive Überlastung tatsächlich herkommen.
Typische Prüfbereiche sind Sockel und Schwelle, Balkenköpfe, Fensteranschlüsse, Dachentwässerung und frühere Reparaturen.
Eine neue Schwelle löst das Problem nicht dauerhaft, wenn die Feuchteursache im Sockel- oder Anschlussbereich bestehen bleibt.
Tragwerk gezielt reparieren
Schwelle, Ständer, Riegel, Streben und Rähm bilden gemeinsam das Tragwerk. Geschädigte Bereiche können je nach Zustand lokal ergänzt, teilweise ersetzt oder vollständig ausgetauscht werden.
Die Reparatur muss zum vorhandenen Lastfluss und zu den bestehenden zimmermannsmäßigen Holzverbindungen passen.
Gefache und Oberflächen mitdenken
Gefache können aus unterschiedlichen historischen und später eingebrachten Materialien bestehen. Ziegel, Lehm, Lehmsteine, Fugen und Putze reagieren verschieden auf Feuchte.
Deshalb sollte die Auswahl von Mörtel, Putz und Beschichtung nicht losgelöst von Holz und bestehendem Wandaufbau erfolgen.
Innendämmung ist Bauphysik, nicht nur Dämmstoffwahl
Bei Fachwerk kann nachträgliche Innendämmung die Temperatur- und Feuchteverhältnisse im Wandquerschnitt verändern. Schlagregenschutz, Anschlüsse und kapillarer Feuchtetransport gehören deshalb in die Planung.
Pauschale Lösungen ohne Untersuchung des Bestands sind besonders bei historischen Außenwänden riskant.